Leinenpflicht für Hunde in Berlin

Seit zwei Jahren gilt das neue Berliner Hundegesetz - an wichtigen Verordnungen, wie zur Leinenpflicht, arbeiteten die Behörden aber bis jetzt. Ab 1. Januar 2019 gibt es nun striktere Vorgaben - die für 80 Prozent der Hunde nicht gelten.

Die allgemeine Leinenpflicht für Hunde gilt in ganz Berlin ab 1. Januar 2019 - die lange erwartete Verordnung zum Hundegesetz tritt dann in Kraft, wie der Senat Ende September bekanntgab. Hunde müssen dann in Berlin auf allen Straßen, Plätzen, im Treppenhaus von Mietshäusern, Bussen und Bahnen, in Parks und Wäldern an die Leine.

Allerdings gibt es Ausnahmen - und zwar für alle Hundebesitzer, die ihren Hund schon vor dem 22. Juli 2016 hatten. Der Senat schätzt, dass das rund 80 Prozent der angemeldeten Hunde in der Stadt sind. Anfang 2017 waren rund 104.700 Hunde angemeldet.

Ausnahmen auch für Halter mit Sachkundeprüfung

Ausnahmen werden auch für unbelebte Straßen und Plätze gewährt - hier aber nur für Halter, die eine Sachkundeprüfung abgelegt haben. Hunde dürfen zudem in Hundeauslaufgebieten ohne Leine herumlaufen.

Die Ordnungsämter sollen kontrollieren, ob die allgemeine Leinenpflicht eingehalten wird. Bei Verstoß droht ein Ordnungsgeld von 25 Euro. Nach Angaben der Senatsinnenverwaltung von Anfang 2018 gab es bis dahin allerdings so gut wie keine Kontrollen der Hundehalter zum Thema Hundekot, kaum Verwarnungen oder verhängte Bußgelder.

Gesetz schon seit zwei Jahren in Kraft

Das Berliner Hundegesetz war bereits vor zwei Jahren, am 22. Juli 2016, in Kraft getreten. Wichtige Verordnungen fehlten jedoch. Daher galten bisher, wie beispielsweise bei der Leinenpflicht, die Regelungen aus dem alten Hundegesetz, wonach laut Senatsverwaltung "Hunde in bestimmten Bereichen der Stadt (unbelebte Straßen und Plätze, Brachflächen etc.) noch unangeleint geführt werden dürfen".

Hundeauslaufflächen in Hannover

Ausgewiesene Flächen in der Stadt bieten Hunden Platz zum Spielen und Toben.

Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Flächen und Wege eingerichtet, die den Hunden zum Laufen und Toben ohne Leine zur Verfügung stehen.

Insgesamt stehen in den Stadtteilen Hannovers 24 Hundeauslaufflächen (insgesamt rund 40,5 Hektar) und neun Hundeauslaufwege (insgesamt rund 9,2 Kilometer) für den Hundeauslauf zur Verfügung.

Die Areale sind durch Hinweisschilder (siehe Grafiken) ausgewiesen.

Mit den Auslaufflächen schafft der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün neue Freiräume für die Hunde in Wohnungsnähe. Einschränkungen gelten aber auf den Auslaufflächen im Bornumer Holz und den Auslaufflächen und -wegen am Kronsberg:

Wie in allen anderen Wäldern und in der freien Landschaft auch müssen hier die Hunde während der allgemeinen Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis zum 15. Juli jedes Jahres angeleint werden. Auf den Festplatz Vahrenheide dürfen Hunde auf dem dort ausgeschilderten Auslaufareal bei Veranstaltungen (z.B. Zirkusgastspielen) nicht ohne Leine laufen.

Auf allen nicht speziell ausgewiesenen Flächen im Stadtgebiet gelten die Anlein-Regeln der Hundeverordnung.

Weitere Regelungen zu Anleinpflichten sind den Verordnungen über Landschaftsschutzgebiete und Schongebiete zu entnehmen. Eine Übersichtskarte gibt einen ersten Überblick über die betroffenen Landschaftsbereiche.

Während Arbeit darf Hund nicht im Auto bleiben

Autos und Hunde stehen ganz hoch im Kurs bei den Deutschen. Doch wer die beiden gerne zusammen führt, sollte peinlich genau auf die Vorgaben des Tierschutz achten.

Wer seinen Hund während der Arbeit im Auto einsperrt, verstößt laut Gericht gegen das Tierschutzgesetz. Das gilt selbst dann, wenn der Hund zwischendurch immer mal Auslauf bekommt, entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart laut Mitteilung vom Dienstag.

Der Halter der Weimaraner-Hündin Cosima wollte sich per Eilantrag gegen eine Verfügung des Landesratsamtes Ludwigsburg wehren. Darin war ihm untersagt worden, das Tier der bis zu 70 Zentimeter großen Rasse während seiner Arbeitszeit im Wagen zu lassen. Ferner war ihm bei Verstoß ein Zwangsgeld von 400 Euro angedroht worden. Das Verwaltungsgericht wies den Eilantrag des Hundehalters Mitte September zurück.

Cosima musste nach Gerichtsangaben an vier Tagen pro Woche für je acht Stunden auf ihr Herrchen warten. Zusätzlich habe sie noch die lange Fahrt zur Arbeit und nach Hause im Auto verbracht. Damit sei die Hündin nicht, wie vom Gesetz gefordert, „verhaltensgerecht untergebracht“, stellte das Verwaltungsgericht fest.

Ein Auto sei generell kein geeigneter Ort für die Unterbringung von Hunden. Die Tiere seien dort nicht ausreichend vor Hitze und Kälte geschützt. Zudem sei es zu eng, um das Tier dort stundenlang zu halten. Daran ändere sich auch nichts, wenn zwischendurch jemand mit dem Hund einen Spaziergang mache. Gegen den Beschluss kann der Halter Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg einlegen.