Leinenpflicht in Baden-Württemberg – nur begrenzte Vorschriften

Im gesamten Gebiet von Baden-Württemberg gibt es keine geregelte Verpflichtung für Hundehalter, die eigenen Tiere an der Leine oder mit Maulkorb zu führen. So hat das Bundesland die detaillierten Regelungen restlos den Städten und Kommunen überlassen. Wenn man sich also nun für die Leinenpflicht in einem bestimmten Gebiet interessiert, muss man auf dem zuständigen Amt Informationen zu den Auflagen der jeweiligen Stadt oder des Landkreises einholen.

Leinenpflicht Baden WürttembergDennoch lassen sich anhand der Vorschriften der größeren Städte erste Rückschlüsse über die Regelungen in Baden-Württemberg ziehen. Die Städte Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart haben sich auf ein einheitliches Regelwerk geeinigt. So besteht in diesen Bereichen eine generelle Pflicht, die Hunde an der Hundeleine zu führen, wenn man sich in den öffentlichen Anlagen, in Fußgängerzonen, in großen Menschenansammlungen oder in den gängigen Grünanlagen befindet. Auch an Haltestellen der Verkehrsbetriebe und in den Verkehrsmitteln selbst müssen die Tiere an der Leine geführt werden. Auf öffentlichen Straßen, außerhalb des innerstädtischen Gebietes ist es den Hundehaltern jedoch erlaubt, die Vierbeiner ohne Hundeleine laufen zu lassen. Diese Regelung tritt jedoch nur in Kraft, wenn der Besitzer sein Tier ständig unter Kontrolle hat und im Notfall Beißvorfälle oder andere Konfrontationen verhindern kann. Ist dies nicht gegeben, kann für einzelne Hundehalter auch eine stetige Leinenpflicht ausgesprochen werden.

Außerdem gelten grüne Freiflächen der Stadt, die extra als Freilaufgebiete für Hunde markiert sind, als weitere Ausnahme. Hier dürfen alle friedlichen Vierbeiner frei miteinander spielen und toben, ohne dem Leinen- oder Maulkorbzwang zu unterliegen.

Auch in den Wäldern von Baden-Württemberg gibt es keinen generellen Leinenzwang. Hier greift jedoch ebenfalls die Einschränkung, dass das Tier stets abrufbar und im Einwirkungsbereich des Halters sein muss. Sollte dies nicht der Fall sein, macht man sich nach dem Landesjagdgesetz strafbar und riskiert im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld. Ein wildernder, jagender oder hetzender Hund darf zudem von einem Jäger erschossen werden, sofern er sich weitab von seinem Besitzer befindet und nicht wieder unter Kontrolle zu bringen ist – dies passiert in der Praxis jedoch nur sehr selten.

3 Dinge, die du über Impulskontrolle beim Hund wissen solltest

1. Impulskontrolle kann dein Hund nur situationsspezisfisch erlernen.

Die Fähigkeit zur Impulskontrolle wird von deinem Hund nicht generalisiert. Kann dein Hund zehn Minuten vor dem vollen Futternapf warten, wird er das nicht zwangsläufig bei einem sitzenden Kaninchen können. Wenn du möchtest, dass dein Hund wartet und steht, während ein Kaninchen vor ihm sitzt, dann musst du an einem sitzenden Kaninchen trainieren. Und wenn du dann noch möchtest, dass dein Hund wartet und steht, wenn ein Kaninchen vor ihm wegläuft, dann musst du an einem weglaufenden Kaninchen trainieren.

Wenn dein Hund in einer Situation gelernt hat zu warten, kann er nicht zwangsläufig in einer anderen warten.

2. Impulskontrolle verschlechtert sofort die Fähigkeit zur Impulskontrolle.

Für einen gewissen Zeitraum wird die Fähigkeit zur Impulskontrolle nach ausgeübter Impulskontrolle schlechter. Hat dein Hund sich fünf Minuten rennende Kaninchen angesehen und brav gewartet, was ihn Impulskontrolle gekostet hat, kann er danach nicht sofort wieder Impulskontrolle zeigen und zehn Minuten im Bleib darauf warten, dass du ein Spielzeug versteckst und dieses dann zwischen den Kaninchenbauten suchen.

Auch die Suche von einem Spielzeug im Kaninchenwunderland kostet deinen Hund Impulskontrolle, denn er muss die Kaninchen, ihren Duft, ihre Köttel und alles andere ausblenden für die Suche.

Durch Untersuchungen am Menschen wissen wir, dass ausgeübte Impulskontrolle nicht leicht ist. Hat ein Mensch Impulskontrolle gezeigt, beeinflusst das sein nachfolgendes Verhalten.

    • Die Konzentrationsfähigkeit leidet.
      Das Gedächtnis arbeitet nicht auf Höchstleistung.
      Die Ausdauer eines Menschen beim Lösen schwieriger und frustrierender Aufgaben leidet.
      Und Menschen reagieren aggressiver auf Provokationen.
  • 3. Stress mindert die Impulskontrolle bei deinem Hund.

    Um Impulskontrolle und ein Verhalten bei sich selbst zu hemmen, braucht dein Hund einen ganz bestimmten Teil in seinem Gehirn – den präfrontalen Kortex.

    Im Gehirn sorgt der präfrontale Kortex u.a. dafür, dass Impulskontrolle ausgeübt werden kann und dass damit vor allem Emotionen reguliert werden. Damit wird ein Alternativverhalten überhaupt erst möglich. Dank dem präfrontalen Kortex kann dein Hund statt in die Leine zu springen und zu bellen, sich hinsetzen und warten. Für uns Menschen ist das im Training und Alltag sehr wichtig, deshalb sollte der präfrontale Kortex sehr pfleglich behandelt werden.

    Dieser Gehirnbereich ist sehr empfindlich und seine volle Leistungsfähigkeit hängt vom Alter und dem Stresslevel deines Hundes ab. Und das ist auch der Grund, warum es deinem Hund während seiner Jugendentwicklung schwerfällt, Impulskontrolle zu zeigen – der präfrontale Kortex entwickelt sich in der Jugendentwicklung als letzter Teil und seine volle Funktionsfähigkeit ist erst ab dem Ende der Jugendentwicklung vorhanden.

    Sobald das Stresshormon Cortisol ansteigt, verringert sich die Leistungsfähigkeit des präfrontalen Kortex. Emotionale Reaktionen können damit nicht mehr so gut gehemmt werden. Impulsive Reaktionen werden damit wahrscheinlicher.